Der Begriff Textur (
lat. textura „Gewebe“) bezeichnet allgemein die Beschaffenheit, die Struktur oder die Zusammensetzung von Dingen, beispielsweise:im Bereich der Computergrafik als „Überzug“ für 3D-Modelle, siehe
Textur (Computergrafik) zur Charakterisierung von Oberflächen nach den Termini „Albedotextur“, „Topologische Textur“ und „Variation der Reflektanz“, siehe Textur (Oberflächenattribute)in der Chemie der Flüssigkristalle bezeichnet Textur das polarisationsmikroskopische Erscheinungsbild einer Mesophase, vorzugsweise zwischen gekreuzten Polarisatoren, siehe
Textur (Mesophase)in der Geologie die räumliche Anordnung eines bestimmten Gesteingemenges, siehe
Textur (Geologie)in der Kristallographie die Gesamtheit der Orientierungen der Kristallite in einem vielkristallinen Festkörper, siehe
Textur (Kristallographie)in der Typografie eine in Nordfrankreich zur Zeit der Gotik entstandene gebrochene Schrift, siehe
Textur (Schrift)im
Weinbau, siehe
Textur (Wein)in der
Wahrnehmungspsychologie die strukturelle Beschaffenheit einer zusammenhängenden Oberfläche. Nach Englert (1993) ist die Textur diejenige Sehwahrnehmung, durch die sich zwei aneinandergrenzende, strukturierte Teile des Gesichtsfeldes bei Betrachtung mit unbewegtem Auge spontan unterscheiden. Die Anzahl der Dimensionen von Textur ist bislang unbekannt, liegt aber wahrscheinlich bei fünf und mehr. Zum Beispiel klassifizieren Tamura, Mori und Yamawaki (Texture features corresponding to visual perception. IEEE Transactions on Systems, Man, and Cybernetics, vol SMC-8, no 6, pp 460 - 473, 1978) Texturen nach Grobheit (Coarsness), Kontrast (Contrast), Gerichtetheit (Directionality), Linienartigkeit (Line-Likeness), Regelmäßigkeit (Regularity) und Rauhigkeit (Roughness), wobei Rauhigkeit von anderen Wissenschaftlern als taktiles und nicht als visuelles Attribut angesehen wird, siehe Textur (Psychologie)in der
Musik, insbesondere in der
Computermusik versteht man unter einer Textur ein musikalisches
Muster, das durch Aneinanderreihung von
Variationen eines
Motivs entsteht. Dabei kann es sich um die fortgesetzte Variation eines
Grundrhythmus oder einer
Melodie handeln, aber auch um eine Folge von unterschiedlich manipulierten Versionen eines
Geräusches oder
Klangs. Eine Textur kann im Prinzip unendlich fortgesetzt werden, ohne sich je zu wiederholen, wobei der rhythmische und klangliche Grundeindruck erhalten bleibt. (Davon abweichend wird im Englischen unter Texture auch allgemeiner die Gesamtstruktur eines Musikstücks verstanden.)in der
Literaturwissenschaft (
Christian Stetter) wird Textur auch als Gegenbegriff zu
Text verstanden, wobei Text den vom Papier unabhängigen, quasi virtuellen "Text" meint und Textur den gedruckten.in der Kochkunst/Lebensmittelkunde das "Mundgefühl", wie sich eine Speise/ein Getränk im Mund anfühlt
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