Wortherkunft Tabu, nach dem aus dem
Sprachraum Polynesiens herrührenden Wort
tapu, fand als Begriff zu Anfang des
20. Jahrhunderts Eingang in die deutsche Sprache - und zwar sowohl als Adjektiv ("etwas ist tabu") als auch als Substantiv. Als Eigenschaftswort bezeichnet "tabu" einen Zustand, der mit "unverletzlich, "heilig", "unberührbar" beschrieben werden kann. Auf den Tonga-Inseln bedeutet das Wort "tabu" oder "tapu" ursprünglich "unter Verbot stehend", "nicht erlaubt sein". In seinem heutigen Gebrauch heißt das Wort auf Tonga "heilig", "geheiligt", aber durchaus auch in dem Sinn von "eingeschränkt" oder durch "Sitte und Gesetz geschützt", Beispielsweise wird die Hauptinsel des Königreiches Tonga "Tongatapu" genannt, was hier eher "heiliger Süden" bedeutet als "verbotener Süden". - Der Gebrauch des Wortes "Tabu" /"tapu" im Sinne von "nicht erlaubt" geht zurück auf das Jahr 1777: Als der englische Forscher und Seefahrer
James Cook Tonga entdeckte, nannte er das Archipel "die freundlichen Inseln". Über die Bewohner Tongas schrieb er: "Keiner von ihnen wollte sich hinsetzen oder auch nur ein Stück von irgend etwas essen... Als ich mein Erstaunen zeigte, erklärten sie, sie seien alle tabu: Dieses Wort habe eine sehr komplexe Bedeutung: Aber es heiße im allgemeinen, dass etwas verboten sei. Wenn etwas nicht gegessen und benutzt werden darf, sagen sie, das ist tabu." - Andere Quellen führen den Ausdruck auf das auch in der Fidschi-Sprache existierende Wort "tabu" zurück. - Laut Auskunft einiger Einwohner der Solomon-Inseln existiere auch in ihrer Sprache das Wort "tabu" (ausgesprochen "tam-boo"), was "heilig" bedeutet. Das Wort bezieht sich auf Orte in Busch, wo heilige Geister wohnen (gewöhnlich ist eine solche Stelle markiert mit einem Gegenstand, einer großen Muschel oder einem geschnitzten Stein. Solche Gegenden dürfen so lange nicht gestört oder betreten werden, bis eine Erlösungs-Zeremonie stattfindet.
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