Die Sophistik, von
griechisch σοφιστής (sophistés) „Weisheitsbringer“ (seinerzeit geläufige Berufsbezeichnung für Lehrer), ist aus heute landläufiger (nachplatonischer) Sicht eine geistige Strömung der
griechischen Antike. In herabsetzender Weise spricht man auch von Sophisterei (Weismacherei).Wer heute den
Sophisten zugeordnet wird, unterscheidet sich von der antiken Meinung. In der modernen Forschung werden Wanderlehrer als Sophisten bezeichnet, die – unter anderem auch in Athen – gegen Entlohnung unterrichteten. Dieser Berufszweig kam im Zuge der Demokratiephasen auf, als nichtaristokratische Bürger mittels Bildung versuchten, sich Rüstzeug für gutes Leben (gr. "eu zen") einschließlich aktiver Beteiligung an Gesellschaft und Politik zuzulegen, und hierfür die Dienste belesener Vertreter des eigenen Standes nutzten, die zum eigenen Lebensunterhalt selbstredend auf Lohn angewiesen waren. Im Gegensatz dazu waren gebildete Aristokraten, wie der die heute landläufige (herablassende) Sicht auf die Sophisten bestimmende
Platon, auf Lohn für ihr geistiges Hobby nicht angewiesen. So schrieb z.B.
Marc Aurel in seinen "Selbstbetrachtungen": "Auch verhüteten sie [die Götter], als ich das Studium der Philosophie anfing, daß ich einem Sophisten in die Hände fiel oder mit einem solchen Schriftsteller meine Zeit verdarb, oder mit der Lösung ihrer Trugschlüsse mich einließ,[...]"
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