Mit Neglect bezeichnet man in der
Neurologie eine Störung der
Aufmerksamkeit, welche durch eine halbseitige Schädigung im
Gehirn (Hirnläsion) hervorgerufen wird. Man erkennt ihn anhand mehrerer
Symptome, die unterschiedlich stark ausgeprägt sein können und nicht alle gemeinsam auftreten müssen. Ein Neglectpatient hat Schwierigkeiten die der Hirnläsion gegenüberliegende Seite (kontraläsionale Seite) seiner Umgebung und auch seines Körpers wahrzunehmen. Bei den meisten Neglectpatienten ist die rechte Hirnhälfte betroffen und die linke Seite in der Wahrnehmung eingeschränkt. Diese Missachtung kann sich auf Reize aller Sinne beziehen. Meistens sind mehrere oder alle fünf
Sinne betroffen. Gleichzeitig wird auch die
Motorik auf der betroffen Seite missachtet: Die Extremitäten werden deutlich weniger bewegt, auch wenn keine
Lähmung vorliegt. Neglect tritt häufig nach größeren rechtshemisphärischen
Infarkten oder Blutungen der
Arteria cerebri media auf. Entsprechend werden meistens Reize auf der linken Raumseite vernachlässigt. Die betroffenen Patienten sind sich meistens ihrer Defizite nicht bewusst und empfinden ihr Verhalten zunächst als normal. Neglect wird gelegentlich irrtümlich bei Patienten mit einem eingeschränkten
Gesichtsfeld diagnostiziert. Bei Gesichtsfeldeinschränkungen ist jedoch ausschließlich das Sehen betroffen und die Störungseinsicht des Patienten in der Regel deutlich besser.
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