Mydriasis ist der medizinische Begriff für die Erweiterung der
Pupille aufgrund der Lähmung eines
radiär angeordneten
Muskels, des
parasympathisch innervierten Musculus sphincter pupillae. Ist die Aktivität des
Sympathikus herabgesetzt (z. B. bei
Müdigkeit,
Horner-Syndrom), kommt es zu einer Verengung der Pupille (
Miosis).Eine Mydriasis wird auch zur Beurteilung des
Augenhintergrunds durch den
Augenarzt herbeigeführt, indem ein
Mydriatikum oder
Parasympatholytikum (beispielsweise Tropicamid) in den
Bindehautsack des
Auges eingetropft wird. Dies erzeugt eine (vorübergehende)
Lähmung des Musculus sphincter pupillae (Pupillenverenger). Da dieser nunmehr den Musculus dilatator pupillae (Pupillenerweiterer) nicht mehr
antagonisieren kann, überwiegt dessen Aktivität. Aufgrund der fehlenden
Akkommodation (Auge) und des unkontrollierten Lichteinfalls auf die
Netzhaut durch die erweiterte(n) Pupille(n) ist die Fähigkeit zur Teilnahme am Straßenverkehr für einige Stunden nicht mehr gegeben. Bei der (heute zur Augenhintergrundsuntersuchung unüblichen) Gabe von
Atropin hält die Wirkung je nach Konzentration und Dosis bis zu zwei Wochen an; darum werden möglichst kurzwirksame Parasympatholytika verwendet (z. B. Tropicamid ca. drei Stunden). Eine Gabe von Mydriatika verbietet sich bei einem Glaukom(anfall), da sie diesen verschlimmern kann.
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