Als inverse Agonisten werden in der
Pharmakologie Substanzen bezeichnet, die an einen spontanaktiven
Rezeptor binden und die dessen Aktivität herabsetzen. Ein inverser Agonist führt im Gegensatz zu einem vollen
Agonisten somit zu einem negativen Effekt. Theoretisch kann ein inverser Agonismus an allen Rezeptoren beobachtet werden, die eine Spontanaktivität (konstitutive Aktivität) zeigen. Beispielsweise hemmen
Antihistaminika die spontanaktiven
Histaminrezeptoren H1, H2 und H3 und werden daher u. a. als
Antiallergika eingesetzt. Einige angstauslösende ß-Carboline wirken an
GABAA-Rezeptoren als inverse Agonisten und stabilisieren somit im Gegensatz zu den angsthemmenden
Benzodiazepinen die verschlossene Konformation dieses
ionotropen Rezeptors. Weitere Zielmoleküle für die Entwicklung inverser Agonisten sind beispielsweise die
Dopaminrezeptoren D2 und D3, die
Serotoninrezeptoren 5-HT1A, 5-HT1B, 5-HT2C und 5-HT7, der Formylpeptidrezeptor, der VIP-Rezeptor und der
virale Chemokinrezeptor US28, welche ebenfalls unter physiologischen Bedingungen eine Spontanaktivität besitzen oder in Folge pathologischer Veränderungen (z. B.
Mutation oder
Überexpression) zeigen.
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