Die Diathese (griechisch διάθεσις „Aufstellung, Zustand“, auch Handlungsrichtung) ist in der Sprachwissenschaft die Bezeichnung für eine morphologische Kategorie des Verbs. Die verschiedenen Diathesen werden nach ihrer Bedeutung, also nach semantischen Kriterien unterschieden. Dabei geht es um die Umsetzung semantischer Rollen, vor allem Agens (derjenige Mitspieler, der aktiv handelt) und Patiens (derjenige Mitspieler, der etwas erleidet oder dem etwas widerfährt) in die syntaktische Struktur eines Satzes in einer gegebenen Sprache. In den bekannteren europäischen Sprachen (auch dem Deutschen) sind die wichtigsten Diathesen Aktiv und Passiv (siehe Beispiel). In typologisch andersartigen Sprachen können aufgrund einer anderen syntaktischen Ausrichtung andere Diathesen dominieren, z.B. das Antipassiv in Ergativsprachen.
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