Die Genetik (
Griechisch geneá Abstammung) oder Vererbungslehre ist ein Teilgebiet der
Biologie und beschäftigt sich mit dem Aufbau und der Funktion von Erbanlagen („
Genen“) sowie mit deren
Weitervererbung. Vererbung ist die Weitergabe von Erbinformationen von
Generation zu Generation. Das Wissen, das erwünschte Eigenschaften vererbt werden können, wird bereits seit Jahrhunderten bei der
Tier- und
Pflanzenzucht implizit verwendet. Die wissenschaftliche Untersuchung dieses Vorgangs wurde jedoch erst in den 1860er Jahren von
Gregor Mendel in Angriff genommen. Dazu untersucht er die
Selbstbefruchtung bei der Gartenerbse
Pisum sativum und beschrieb, was später als Gen die kleinste Einheit der Vererbung bezeichnete. Seit der Entdeckung der molekularen Grundlagen der Vererbung unterscheidet man mehrere Spezialgebiete der Genetik:Die „klassische“ Genetik untersucht, in welchen Kombinationen die
Gene nach
Kreuzungsexperimenten bei den Nachkommen vorkommen und wie das die Ausprägung bestimmter
phänotypischer Merkmale beeinflusst. Die Molekulargenetik – ein Teilgebiet der
Molekularbiologie – untersucht, wie Gene aufgebaut sind, wie die in Form von
Nukleinsäuren (meist
DNA, bei manchen Viren aber auch in Form von
RNA) vorhandene genetische Information zum
Aufbau von Proteinen und anderen funktionellen
Genprodukten genutzt wird (kurz genannt
Genexpression), wie diese
Information kopiert wird und wie sich
molekularbiologische Erkenntnisse für
gentechnische Verfahren nutzen lassen.Die
Epigenetik beschäftigt sich mit der Weitergabe von Eigenschaften auf die Nachkommen, die nicht auf Abweichungen in der DNA-Sequenz zurück gehen, sondern auf eine vererbbare Änderung der
Genregulation und der
Genexpression.Die
Populationsgenetik und die
Ökologische Genetik untersuchen genetische Strukturen und Prozesse auf der Ebene von Populationen und von anderen ökologischen Einheiten (z.B. ganzen Lebensgemeinschaften).
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