Die Sammelbezeichnung „Analytische Philosophie“ wird für jene philosophischen Ansätze und Strömungen im 20. Jahrhundert verwendet, die zumeist mit Hilfe von idealen Sprachen (formale Logiken) bzw. durch Analyse der gebräuchlichen Alltagssprachen das Verhältnis von sprachlicher und außersprachlicher Wirklichkeit zu reflektieren und zu klären versuchen. Das Hauptanliegen dieser seit dem Ende des 2. Weltkriegs besonders in England, den USA und Skandinavien populär gewordenen philosophischen Richtung und Methodik besteht darin, philosophische Probleme möglichst eindeutig und präzise zu formulieren und anschließend durch logische, begriffliche oder umgangssprachliche Analyse einer Lösung zuzuführen bzw. nachzuweisen, dass es sich dabei in Wahrheit um philosophische „Scheinprobleme“ handelt oder lediglich sprachliche Missverständnisse vorliegen. Einige Hauptvertreter insbesondere der frühen analytischen Philosophie lehnten alle
metaphysischen Fragestellungen als sinnlos ab. Historisch greift dieser Strang der frühen analytischen Philosophie die ursprünglich in England beheimatete, philosophische Tradition des
Empirismus mit seinen Hauptvertretern
John Locke,
George Berkeley und
David Hume auf, die der sinnlichen Wahrnehmung eine zentrale bzw. ausschließliche Rolle in Erkenntnisprozessen einräumen. Vor allem die Arbeiten von
Gottlob Frege (1848–1925) und der „
Tractatus logico-philosophicus“ von 1921, das frühe Hauptwerk
Ludwig Wittgensteins (1889–1951), gehören zu den unmittelbaren Gründungstexten der analytischen Philosophie. Ihre weitere Ausarbeitung wurde während der ersten Phase vornehmlich durch die britischen Philosophen
Bertrand Russell (1872–1970) und
George Edward Moore (1873–1958) sowie von den Philosophen des „
Wiener Kreises“ geleistet.
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