Bei den affektiven Störungen oder auch Affektstörungen (engl. affective disorders) handelt es sich um akute, chronische oder episodische Störungen des
Affektes. Affekt wird hier im Sinne von Grundstimmung gebraucht, es handelt sich also primär um Stimmungsstörungen. Allerdings müssen
Antrieb,
Spontanität, vegetative Funktionen (Schlafbedürfnis, Appetit,
Libido) und soziale Interaktion mitbetrachtet werden. Ebenso können gleichzeitig
Störungen des formalen oder inhaltlichen Denkens und der Wahrnehmung auftreten. Die Betroffenen haben entweder einen gesteigerten oder einen gedrückten Affekt. Im ersten Fall sind sie übermäßig und der Situation nicht angemessen freudig erregt oder auch gereizt bei übersteigertem Aktivitätsniveau (
Manie,
Euphorie,
Dysphorie). Eine schwächere Form der Manie wird als
Hypomanie bezeichnet. Das andere Extrem ist eine übermäßig niedergeschlagene Stimmungslage mit Energielosigkeit (
Depression). Beide Zustände können auch mehr oder minder regelmäßig abwechselnd auftreten, man spricht dann von einer
bipolaren Störung (auch „
manisch-depressive Erkrankung“ oder Zyklothymie). Eine chronisch gedrückte Stimmungslage mit leichteren Schwankungen, die aber nicht das Ausmaß einer eigentlichen Depression erreichen, wird
Dysthymie genannt. Wenn depressive oder manische Episoden wiederholt auftreten, wird allgemein von einer
rezidivierenden Störung gesprochen. Bei einem solchen chronischen Verlauf der affektiven Störungen unterscheidet man monopolare (die Phasen des gleichen Erscheinungsbildes wiederholen sich) und bipolare (Phasen der Depression wechseln sich mit Phasen der Manie ab) Formen.
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