Unter einer "Bill of Attainder" (auch Act oder Writ of Attainder) verstand man im englischen
Common Law eine strafrechtliche Verurteilung einer Person durch das
Parlament. Das Parlament agierte bei dem Verfahren, von dem nur in äußerst seltenen Fällen Gebrauch gemacht wurde, anstelle eines ordentlichen
Gerichtshofs und seine Mitglieder als
Geschworene. Durch eine Bill of Attainder konnten vorherige Gerichtsbeschlüsse aufgehoben werden. Das
Urteil des Parlaments bedurfte jedoch der Bestätigung durch den König. Das Verfahren war in der Regel kein rechtlicher, sondern ein politischer Akt. In der
US-amerikanischen Verfassung waren "Bills of Attainder" als Verletzung der
Gewaltenteilung, mit der
Exekutive und
Legislative in den Zuständigkeitsbereich der
Judikative eingriffen, von vorneherein verboten. In England wurde die Möglichkeit einer Parlamentsverurteilung, die zunehmend als Willkürakt kritisiert wurde, 1870 abgeschafft.
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