Der Begriff Abiogenese (auch Urzeugung, Spontanzeugung (Generatio spontanea), Archigenese) bezeichnet die heute nicht mehr vertretene Auffassung, dass
Lebewesen spontan und zu jeder Zeit von neuem aus
unbelebter Materie entstehen. Heutzutage wird der Begriff Abiogenese/Abiogenesis auch unabhängig von der Urzeugungstheorie als allgemeine Bezeichnung des Vorgangs der Entstehung von Lebewesen aus unbelebter Materie gebraucht. Die
Chemische Evolution bietet eine zeitgemäße Analyse der Abiogenese. Als das klassische Beispiel für eine spontane Zeugung betrachtete man das Auftreten von
Maden in
verfaulendem Fleisch. Es schien allen offensichtlich, dass die Maden sich aus dem toten Fleisch bildeten. Die Madentheorie wurde 1668 von dem italienischen Arzt
Francesco Redi (1626-1697) widerlegt. Die Eier der Fliegen waren zu klein, um sie mit bloßem Auge sehen zu können. Die Versuche, die Redi hierzu durchführte, gelten als das erste präzise durchgeführte Paar von Versuch und Gegenversuch in der Geschichte der Biologie. Aufgrund von Beobachtungen an Pilzen widersprachen
Luigi Ferdinando Marsigli und
Giovanni Maria Lancisi 1714 in ihrem Buch "Dissertatio de Generatione Fungorum ....", der seit der
Antike verbreitete Ansicht, Pilze entstünden aus Fäulnis, wobei das Myzel ein Zwischenstadium zwischen verfaulenden Pflanzen und den Pilzen sei.
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