Die Zimmermann-Depesche (auch: Zimmermann-Telegramm) war ein verschlüsseltes
Telegramm, das
Arthur Zimmermann, der deutsche Staatssekretär des Auswärtigenamts, am
19. Januar 1917 über die deutsche
Botschaft in
Washington, D.C. an den deutschen Gesandten in
Mexiko sandte.In diesem Telegramm war der Regierung von Mexiko die Rückgewinnung an die Vereinigten Staaten verlorengegangenen Territoriums in Aussicht gestellt worden für den Fall, dass die Vereinigten Staaten von Amerika ihre Neutralität aufgeben sollten und sich dann Mexiko entschließen würde, auf der Seite Deutschlands in den
Ersten Weltkrieg einzutreten. Im Verlauf des amerikanisch-mexikanischen Kriegs von 1846/48 hatten die Nordamerikaner über 40% des mexikanischen Territoriums annektiert oder spottbillig erworben (Kalifornien, Nevada, Utah, Neu-Mexiko, Colorado, Wyoming und Arizona). Unter Anführung abtrünniger nordamerikanischer Siedler, die nicht von der Sklaverei ablassen wollten, hatte sich Texas schon vorher von Mexiko losgerissen und war am 1. März 1845 in die Vereinigten Staaten aufgenommen worden. Das Telegramm wurde vom britischen Geheimdienst abgefangen und dechiffriert. Ein notorischer Stützpfeiler amerikanischer Außenpolitik war seit 1823 die
Monroe-Doktrin, durch die jedwede politische Einmischung der
Alten Welt auf dem amerikanischen Kontinent als unfreundlicher Akt definiert wurde. Das Telegramm veranlasste die Regierung der
Vereinigten Staaten, ihre Neutralitätspolitik zu überdenken, und trug letzten Endes entscheidend dazu bei, die Öffentlichkeit für den Kriegseintritt einzustimmen. Dabei hatte auch die Erinnerung an die mexikanische Unternehmung
Napoleons III. 1861-1867 in Mexiko eine Rolle gespielt, der den Erzherzog Maximilian, einen Bruder des Kaisers von Österreich, 1864 zum Kaiser von Mexiko gemacht hatte (1864-1867), um auf dem amerikanischen Kontinent dem
monarchischen Prinzip gegenüber der republikanischen Idee zum Durchbruch zu verhelfen.
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