Der Begriff Vishnuismus enthält mehrere
religiöse Strömungen unterschiedlichen Ursprungs. Die drei Hauptströmungen beziehen sich auf den
vedischen Gott
Vishnu, auf Vasudeva
Krishna und auf
Rama, den heldenhaften Prinzen im Epos
Ramayana. Dem Selbstverständnis nach sind einige vishnuitische Strömungen
Monotheisten, da sie
Vishnu, den „Einen ohne einen Zweiten“, verehren, beziehungsweise seine Inkarnationen, die
Avataras. Andere Gottheiten wie etwa
Shiva und
Brahma werden als Vishnu untergeordnet und als seine Diener verstanden. Außer Shiva gelten diese Devas als Halbgötter oder als gewöhnliche
Seelen. Nach vishnuitischen Lehren kann Vishnu sich in unzählige spirituelle Gestalten vervielfältigen, die alle mit ihm identisch sind. Dies sei Ausdruck seiner unbegrenzten Macht, und nicht die Manifestation unterschiedlicher in Konkurrenz stehender Gottheiten. Um diese Haltung vom traditionellen Monotheismus westlicher Prägung abzugrenzen, bezeichnete sie der Indologe
Friedrich Max Müller als
Henotheismus. Die heutige
religionswissenschaftliche Literatur dagegen betrachtet Vishnuismus häufig als
Monotheismus.
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