In der
griechischen Mythologie war das Trojanische Pferd eine Kriegslist, mit deren Hilfe die
Griechen den
Trojanischen Krieg gewannen.Nachdem die Griechen im Trojanischen Krieg lange erfolglos um die Mauern von
Troja gekämpft hatten, rief der Seher
Kalchas eine Versammlung der vornehmsten Helden zusammen und riet ihnen, Troja nicht mit Gewalt, sondern mit Hilfe einer List zu erobern. Diese List bestand darin, ein riesiges Pferd aus Holz zu konstruieren, in dem sich Soldaten versteckten. Dieses Pferd wurde vor die Stadtmauern gestellt. Die Trojaner hielten es für ein Geschenk an die Bürger Trojas und brachten es in ihre Stadtmauern. In der Nacht stiegen die versteckten Soldaten aus, ermordeten die Wachen und öffneten die Tore, so dass das Heer nachrücken und die Stadt in einem Überraschungsangriff einnehmen konnte. Die Beschreibung der Eroberung Trojas ( Iliou persis, Ilions/Trojas Zerstörung) ist verloren gegangen, die Geschichte ist dennoch durch Zitate in anderen Werken (so
Homer in der
Odyssee (8. Gesang, Vers 493ff) und ihren Neubearbeitungen, u.a. die
Aeneis (2. Gesang) des
Vergil, die Posthomerica von
Quintus von Smyrna, Iliou halosis von Trifiodor, bekannt. Die genauen Details variieren teils in den Bearbeitungen, es folgt eine eklektische Zusammenfassung: Die Griechen bauten im 10. Kriegsjahr auf Vorschlag des
Odysseus ein großes Holzpferd, in dessen Inneren sich griechische Soldaten versteckten. Das Pferd wurde vom griechischen Held
Epeios erschaffen, dem im Traum die Göttin
Pallas Athene erschien und ihm auftrug, das mächtige Ross aus Balken zu zimmern, indem sie selbst ihren Beistand zur schnelleren Vollendung des Werkes versprach. Mit Athenes Hilfe und der Unterstützung der Atriden schaffte er es, sein perfektes Kunstwerk innerhalb von drei Tagen zu vollenden. Nachdem die Armee, die
Troja belagerte, den Abzug vorgetäuscht hatte, holten die Trojaner das Pferd trotz vorheriger Warnung des
Laokoon vor dem
Danaergeschenk („Timeo Danaos et dona ferentes“ („Ich fürchte die Danaer, auch wenn sie Geschenke bringen“)) in die Stadt, da sie es für ein Abschiedsgeschenk der Griechen an deren Unterstützer
Poseidon hielten, womit sie zugleich den Meeresgott, ihren Feind seit den Tagen des
Laomedon, demütigen wollten.
Sinon, ein heldenhafter Grieche, der sich eigens zu diesem Zweck freiwillig gemeldet hatte, machte die Troianer glauben, es handele sich um ein Weihgeschenk der Griechen an die Göttin Athene, das ihnen, sollten sie es zerstören, Unheil, und, falls sie es in die Stadt brachten, ihren Schutz zuteil kommen lassen würde. Allein deshalb habe der Seher
Kalchas es auch so groß bauen lassen, dass es nicht durch die Stadtmauern passe. In der Stadt blieben die Warnungen der
Kassandra und des
Laokoon unbeachtet. Das Pferd wurde in die Stadt gezogen und vor dem Tempel der Athene aufgestellt. In der Nacht krochen die Soldaten aus dem Bauch des Pferdes und öffneten die Stadttore. Die Griechen, die in der Nacht zurückgekehrt waren, drangen in die Stadt ein und zerstörten diese. Hierbei gab es zahlreiche Freveltaten, die den Griechen auf ihrer Heimreise später noch schwer zu schaffen machen sollten (vergl.
Odyssee oder
Ajax der Lokrer)
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