Thymos (altgriechisch θυμός, thymos, »Lebenskraft«) ist ein Ausdruck für die
Gemütsanlage eines Menschen.In der Antike wurde der (sterbliche) "Thymos" von der (unsterblichen) "
Psyche" und vom
Nous (νους) deutlich unterschieden. Aus der Verwendung verschiedener Wörter für Teile der menschlichen Person und Persönlichkeit in den homerischen Epen zog etwa
Bruno Snell den Schluss, die Menschen hätten in dieser Epoche noch kein Ich-Bewusstsein im Sinne eigenständiger Handlungsfreiheit und Verantwortung besessen, sondern sich entweder von ihrem Thymos oder ihrem Nous, im Zweifelsfall aber von den Göttern gesteuert gesehen. Snells These wurde später von E. R. Dodds und Christopher Gill weitergedacht.
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