Die
Israeliten besaßen nach dem Verständnis der
Bibel bzw. der
deuteronomistischen Schule, jeweils nur einen einzigen legitimen
Tempel, zuerst das Zeltheiligtum, welches das Volk seit der Gotteserscheinung am
Sinai begleitet hatte und seinen Sitz später in
Hebron, dann in
Schilo fand, später den berühmten Tempel zu
Jerusalem, ihr Nationalheiligtum. Daneben erwähnt die Schrift aber auch die sogenannten „Höhen“, vermutlich Heiligtümer auf Hügeln, die in der Bibel als nicht legitim beschrieben und häufig kritisiert werden. Sie entstammten offenbar dem landläufigen Kult der
Kanaaniter, und wurden zum Teil in die
JHWH-Verehrung des Volkes Israel mit einbezogen. Im
Nordreich Israel existierten daneben noch andere Heiligtümer. Der erste König des Nordreichs Israel,
Jerobeam I., gründete Heiligtümer in
Bethel und Dan mit Goldenen Kälbern, die vielleicht mehr Sitz Gottes als selbst Darstellungen Gottes waren. Die deuteronomistischen Geschichtsschreiber verurteilten diese mit Jerusalem konkurrierenden Heiligtümer, die unter Jerobeams Nachfolgern, den
Omriden, als illegitim und Abfall von Gottes Geboten. Die Omriden-Dynastie führte auch noch andere Heiligtümer, vor allem die des
Baal, etwa in ihrer Hauptstadt Samaria, ein. König
Josia beendete später den Höhenkult und den Polytheismus. Zur Zeit der babylonischen Gefangenschaft etablierte sich bei den
Samaritanern das Heiligtum auf dem Berg
Garizim bei
Sichem als Ersatz für den zerstörten Tempel.
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