Spätantike ist eine moderne Bezeichnung für die
Epoche der
Mittelmeerwelt im Übergang von der
Antike zum
Mittelalter. Der Begriff selbst wurde Ende des 19. Jahrhunderts vom österreichischen Kunsthistoriker
Alois Riegl geschaffen. Auch wenn die genaue zeitliche Abgrenzung der Spätantike in der Forschung umstritten ist, gilt als Beginn dieser Übergangsepoche meist der Regierungsantritt des
römischen Kaisers Diokletian 284 n. Chr. Das Ende ist Gegenstand der wissenschaftlichen Diskussion. Als grober Rahmen kann gelten, dass die Spätantike im Westen des römischen Reiches mindestens bis zur Ablösung des letzten Kaisers
Romulus Augustulus im Jahre 476 dauert, eher aber bis zum Einfall der
Langobarden in Italien 568. Im Osten des Reiches reicht die Epoche entweder bis zum Tod des oströmischen Kaisers
Justinian I. 565 n. Chr. oder bis zur
arabischen Expansion; diese Phase der oströmischen Geschichte wird teils auch als Frühbyzantinische Zeit bezeichnet. Im Verlauf der Spätantike durchlief das
Oströmische Reich einen Transformationsprozess und musste zuletzt große territoriale Verluste hinnehmen, während die zweite spätantike Großmacht, das neupersische
Sassanidenreich, schließlich sogar ganz unterging.
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