Die Erkenntnis, dass
chronische Schmerzen eigenen Krankheitswert erlangen können und besondere Behandlungsformen und -einrichtungen erfordern, hatte in den USA bereits in den 40er Jahren des 20. Jahrhunderts zur Gründung der ersten Schmerzklinik geführt. Als Begründer der modernen interdisziplinären Schmerztherapie gilt der 1994 verstorbene John J. Bonica. In Deutschland gibt es schmerztherapeutische Einrichtungen erst seit den 70er Jahren. Die erste Schmerzklinik wurde an der Universität Mainz unter Frey von Gerbershagen eingerichtet. Die ersten beiden kassenärztlichen Schmerzpraxen wurden im Januar 1982 in Frankfurt a. M. (Dres. Flöter) und Hamburg (Dres. Jungck) von Ärzten gegründet, die vorher als Chefärzte an ihren Abteilungen
Schmerzambulanzen eingerichtet hatten.
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1) Alle Maßnahmen zur Therapie akuter u. chronischer Schmerzzustände; unterschieden als medikamentöse S. mit zentral- oder peripher wirksamen Analgetika sowie den Lokalanästhetika zur Lokal- u. Regional
anästhesie (z.B. Nervenblockaden, Peridural-, Spinalanästhesie), als S. durch Elektrostimulation Nervenstimulation) u. Elektrokoagulation von Schmerzbahnen, als psychotherapeutische S. i.S. einer Schmerzkontrolle durch den Patienten (z.B. autogenes Training u. Hypnose), als chirurgische S. durch operative Freilegung komprimierter Nerven oder Ganglien (z.B. Janetta* Operation), Durchtrennung bzw. Verödung bestimmter Schmerzleitungsbahnen u. Strukturen des ZNS (z.B. Chordotomie u. intrathekale Neurolyse), als S. durch Bestrahlung Plexus-komprimierender Tumormassen.
2)i.w.S. auch Bezeichnung für ein interdisziplinäres Spezialgebiet mit entsprechenden Einrichtungen (»Schmerzambulanz"), meist praktiziert von
Anästhesisten oder
Neurologen.