Rohwurst ist ein
Wursttyp. Man unterscheidet schnittfeste und streichfähige Rohwurst. Die Basis bildet rohes, d. h. nicht erhitztes
Fleisch. Das Fleisch wird unter Zugabe von Kochsalz oder anderen technologisch wirksamen Salzen wie Nitritpökelsalz mittels
Wolfen und/oder
Kuttern zerkleinert (jedoch nicht in solch einem Ausmaße wie bei der
Brühwurst). Beim Reifeprozess einer Rohwurst wandeln
Milchsäurebakterien fleischeigenen und zugesetzten Zucker hauptsächlich in Milchsäure, aber auch in aromawirksame Verbindungen um. Um eine schnelle und stabile Säuerung zu erhalten, werden meist Mono-
Disaccharide zugesetzt, die den Milchsäurebakterien als zusätzlicher Nährstoff dienen. Die Milchsäurebakterien können entweder als Starterkultur beigemengt werden oder sind
ubiquitär in der natürlichen
Flora (Spontanflora) der Rohwurst enthalten. Sie sorgen für die Absenkung des
pH-Wertes, so dass das Wasserbindungsvermögen sinkt und die Wurst Wasser an das sie umgebende Klima abgibt. Ein weiterer Effekt der Abtrocknung ist die Ausbildung eines Proteingels, welches zur Schnittfestigkeit der Wurst führt. Zusätzlich tragen die Bakterienkulturen neben der Geschmackswirkung auch zur
Konservierung bei, indem sie andere Mikroben wie die Verderbnisflora und pathogene Keime unterdrücken. Zur Herstellung qualitativ hochwertiger und aus lebensmittelhygienischer Sicht sicherer Produkte ist die Einstellung des die Wurst umgebenen
Klimas von entscheidender Bedeutung. Dies wird in industrieller Produktion in Klimaanlagen gesteuert. In einigen Regionen sind aber auch natürliche Gegebenheiten wie zum Beispiel Berghöhlen, in denen gleichbleibende Klimabedingungen gegeben sind, vorhanden. Hier sorgt des Weiteren die vorhandene Keimflora für eine spezifische Aromaausprägung der Wurst.
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