Als Monroe-
Doktrin wird der Teil des am 2. Dezember 1823 von
US-Präsident James Monroe (1817-1825) dem US-amerikanischen
Kongress vorgelegten jährlichen Berichts bezeichnet, der die Grundzüge einer langfristigen
Außenpolitik der Vereinigten Staaten definierte. In der Tradition
Jeffersons stellte er dabei eine irreversible Unabhängigkeit der amerikanischen Staaten von den europäischen Mächten fest, d.h. von der
Alten Welt, formulierte die Existenz zweier politischer Sphären (two-spheres), betonte das Prinzip der Nichteinmischung (non-intervention) der Vereinigten Staaten in europäische Konflikte, forderte ein Ende aller Kolonialisierungsbestrebungen in der westlichen Hemisphäre (non-colonization) und kündigte ein Eingreifen der USA für den Fall an, dass die europäischen
Kolonialmächte diese politischen Grundsätze ignorieren sollten. Die Forderung an die europäischen Mächte, die nunmehr unabhängigen Staaten Lateinamerikas nicht zu rekolonialisieren, führte zur Verkürzung der Doktrin unter dem Schlagwort „Amerika den Amerikanern“. 1848 unter
Präsident Polk und 1870 unter
Präsident Grant wurde die Doktrin außerdem um das Verbot des Transfers (auch früheren) kolonialen Besitzes an andere Mächte erweitert (non-transfer), das von
Secretary of State John Quincy Adams in einer Botschaft an den russischen Zaren bereits 1823 aufgegriffen worden, von Monroe jedoch nicht in den Bericht an den Kongress übernommen worden war.
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