Literarizität ist ein, nach dem Muster Profession - professionell - Professionalität gebildetes, Substantiv zur Vervollständigung der Wortgruppe
Literatur und
literarisch. Literarizität bezeichnet den literarischen Anspruch eines Werkes und kann – so die Annahme – stärker oder schwächer in einem Text ausgebildet sein. Der Begriff, neben dem sich zuweilen auch derjenige der
Poetizität behauptet, gewann Bedeutung, nachdem im 19. Jahrhundert der Bereich der sprachlichen Überlieferung zur "Literatur" erklärt wurde (siehe eingehender das Stichwort
Literatur). Dabei stellte sich heraus, dass durchaus nicht alle Texte, die zur sprachlichen Überlieferung gehören, auch tatsächlich als Literatur gewürdigt werden. Es gibt, so zeigt sich in der Praxis der Literaturbetrachtung, "literarische Qualitäten", die einige Texte mehr als andere aufweisen, und dank derer sie in
Literaturgeschichten im Zentrum stehen. Die Literarizität dieser Texte muss sich, so die Theorie, untersuchen und erfassen lassen als das, was diese Texte in besonderem Sinne zu Literatur macht.
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