Als Kapsid oder Capsid (von lat. capsula: kleine Kapsel) bezeichnet man eine komplexe, regelmäßige
Proteinstruktur bei
Viren, die der Verpackung des Virus
genoms dient. Bei unbehüllten Viren bildet das Kapsid die äußerste Struktur des Virus und ist damit für die Anheftung und das Eindringen in die
Wirtszelle verantwortlich; bei behüllten Viren interagiert das Kapsid mit der äußeren
Virushülle und ermöglicht deren Stabilität. Schon in den 1950er Jahren wurde von
Francis Crick und
James Watson angenommen, dass die Verpackung der
Nukleinsäure von Viren aus vielen identischen Untereinheiten bestehen müsse und diese notwendigerweise symmetrisch angeordnet seien. Dies ergibt sich aus der Überlegung, dass die Information auf einer Nukleinsäure niemals dazu ausreichen könnte, von einem einzigen großen Protein verpackt zu werden, das gleichzeitig durch die Nukleinsäure selbst codiert ist. Die genetische Information wird durch viele identische Proteine also mehrfach genutzt.
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