Der Ausdruck Induktion (von
lateinisch inducere, „herbeiführen, veranlassen, einführen“) wird klassischerweise meist als Gegenbegriff zu
Deduktion verwendet. Während eine Deduktion, so die klassische Auffassung, aus gegebenen Voraussetzungen schließt, üblicherweise aus allgemeineren Voraussetzungen auf einen spezielleren Fall, meint Induktion einen umgekehrten Weg. Wie dieser genau zu bestimmen ist, wurde besonders seit Mitte des 20. Jh. kontrovers diskutiert; ebenso die Frage, ob irgendeine dieser Begriffsbestimmungen einem Vorgang entspricht, den es in der Realität wirklich gibt. Beginnend mit
Aristoteles, hat man Induktion in unterschiedlicher Weise als einen abstraktiven Schluss aus beobachteten Phänomenen auf eine allgemeinere Erkenntnis, etwa einen allgemeinen Begriff oder ein Naturgesetz verstanden.
David Hume hat sehr prominent argumentiert, dass es Induktion im Sinne eines (rational zwingenden) erfahrungserweiternden Vernunftschlusses nicht geben kann. Im 20. Jh. haben Theoretiker wie
Hans Reichenbach und
Rudolf Carnap formal exakte Theorien des induktiven Schließens zu entwickeln versucht.
Karl Popper hat vehement zu zeigen versucht, dass Induktion eine Illusion sei.. In den letzten Jahrzehnten sind die unterschiedlichsten Begriffsbestimmungen vorgeschlagen worden, wurden zahlreiche Lösungen für die klassischen Angriffe auf die Induktion (Hume,
Nelson Goodman, Popper, und inzwischen viele andere mehr) versucht, wurden diverse Theorien induktiven Schließens und allgemeinere induktive Methodologien ausgearbeitet und die unterschiedlichsten empirischen Studien hierzu durchgeführt. Fragen, die mit dem Begriff der Induktion zusammenhängen, fallen heute in Teilgebiete der Philosophie des Geistes, der Wissenschaftstheorie (s. auch
Induktionsproblem,
Schluss auf die beste Erklärung), der
Logik, der
Erkenntnistheorie, der Rationalitäts-, Argumentations- und
Entscheidungstheorie, der
Psychologie, der
Kognitionswissenschaften und der
Künstlichen Intelligenz-Forschung.
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