Indologie ist eine grundlagenforschende
Geisteswissenschaft, die sich mit der Erkenntnis und Deskription der indischen Kultur befasst. Ihre Quellen sind vorwiegend sprachlicher Natur. Die kulturhistorisch wichtigsten
Quellsprachen des indischen Altertums und der Vormoderne sind die Sprache des
Veda (
Vedisch), das (klassische)
Sanskrit und mittelindische Idiome, die sogenannten
Prakrits sowie
Pali und
Tamil. Mit den Primärmethoden der historisch-kritischen Philologie erforscht die Indologie systematische Teilbereiche des indischen Kulturraums, besonders die indische Geistes- und Kulturgeschichte und versucht, durch objektive Datenerhebung eine universalgeschichtliche Beurteilung Indiens zu ermöglichen. Unter die indologischen Teildisziplinen fallen auch politische
Geschichte,
Sprachen,
Literaturen,
Philosophie,
Medizin,
Rituale,
Religionen,
Kunst und
Recht des
indischen Subkontinents. Um die Texte in ihrem zeitgenössisch ausgedrückten Sinn verstehen und interpretieren zu können, muss die Indologie intra-disziplinär arbeiten, d.h., sich den Verständnis- und Wissenshorizont der alten indischen Autoren aneignen und sich in ihre sakralen Überlieferungen und säkularen Wissenschaften einarbeiten. Die Erforschung des modernen Indien bietet der Indologie die Möglichkeit, Methoden gegenwartsbezogener Fächer wie
Soziologie oder
Ethnologie als Hilfswissenschaften anzuwenden. Hier ist die Beherrschung und Anwendung der zahlreichen neuindischen Idiome maßgeblich, deren Lehre und Studium besonders in der zweiten Hälfte des 20. Jh.s auf großes Interesse stieß. Auch die darstellende Kunst, wie beispielsweise klassischer indischer Tanz, wird von der mehr gegenwartsbezogen arbeitenden Indologie berücksichtigt.
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