Indogermanen (oder seltener auch Indoeuropäer) sind dem
linguistischen Verständnis gemäß alle
muttersprachlichen Sprecher einer
indogermanischen Sprache. In der
Völkerkunde und der
Ethnolinguistik bezeichnet man mit (Ur-)Indogermanen die Angehörigen der
prähistorischen Kulturgruppen (
Urgesellschaft), von welchen man ausgeht, dass sie die durch die
vergleichende Sprachwissenschaft ermittelte hypothetische indogermanische Ursprache (Proto-Indogermanisch) gesprochen haben könnten. Die Verbindung der prähistorischen Kulturgruppen mit der ur-indogermanischen Sprache wird dadurch motiviert, dass nur durch eine Urgesellschaft und nicht schon durch einen
Sprachbund die enge lexikalische und grammatische Verwandtschaft vieler europäischer, indischer und iranischer Sprachen erklärbar ist. Damit wird jedoch keine Aussage über die Abstammung der heute eine indogermanische Sprache verwendenden Menschen gemacht. Im Gegenteil wird davon ausgegangen, dass die bereits ansässige Bevölkerung die Sprache von meist kleinen einwandernden Gruppen übernommen hat.
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