In der Heptatonik (griech. „Siebentönigkeit“) werden
Tonleitern innerhalb einer
Oktave als Skalen aus sieben Tönen (mit sechs dazwischenliegenden
Intervallen) gebildet. Die in der abendländischen Musik am häufigsten verwendeten Tonleitern wie die in
Dur und
Moll sind heptatonisch.Es gibt mehrere Methoden, eine heptatonische Tonleiter zu konstruieren:Eine bereits im Altertum erprobte Möglichkeit ergibt sich aus der oktaversetzten Sortierung von sieben
Quinten, wobei der Ton d als Mitte der Stammtöne Ausgangspunkt ist: f — c — g — d — a — e — h → d - e ^ f - g - a - h ^ c (- d)Die so entstehende Tonreihe besteht aus
Ganztönen mit der Proportion 8:9 und
Halbtönen (durch „^“ angezeigt) mit der Proportion 243:256 und ist demzufolge in
pythagoreischer Stimmung.Ein System in
reiner Stimmung entsteht durch das so genannte Konsonanzprinzip: Durch harmonische Teilung der Oktave in Quinte und Quarte, der Quinte in große und kleine Terz und schließlich in Ganzton und Halbton gewinnt man eine den
Obertönen der
Naturtonreihe entsprechende Tonleiter. Die
gleichstufige Stimmung vorausgesetzt, lässt sich eine
diatonische Skala durch Auswahl aus der
chromatischen Tonfolge bilden.Eine weitere Möglichkeit, heptatonische Tonskalen zu errichten, besteht in der Bildung von
Tetrachorden. Diese viertönigen Skalenausschnitte haben zwei feststehende Rahmentöne, die eine Quarte bilden, und zwei je nach
Tongeschlecht bewegliche Fülltöne. Im griechischen Tonsystem sind die beiden Tetrachorde durch einen Ganzton getrennt oder durch einen gemeinsamen Ton verbunden.Fast alle siebentönigen Skalen (Dur, Moll,
Kirchentonarten, Ungarische Tonleitern,
Bluesskala) sind aus zwei übereinander gestellten Tetrachorden aufgebaut. Der unterste Ton des ersten bildet dabei mit dem obersten Ton des zweiten eine Oktave als Rahmen. Nimmt man kleine, große und übermäßige Sekunden als Ausgangsbasis, entstehen die folgenden (melodischen) Modelle:(Die rot eingefärbten Noten kennzeichnen
Leittonfunktionen)
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