Glykosidasen gehören zu der Enzymklasse der
Hydrolasen. Glykosidasen sind ubiquitär vorkommende
Enzyme, die in allen Reichen (Pflanzen, Tiere, Pilze und
Protisten) zu finden sind. Eine Glykosidase katalysiert reversibel die Hydrolyse einer glykosidischen Bindung, wobei ein Zucker (Glykon) und das sogenannte
Aglykon unter Verbrauch eines Wassermoleküls freigesetzt werden. Sie sind meist mehr oder weniger spezifisch für den abzuspaltenen Zucker, die Art des Aglykons spielt hingegen eine geringere Rolle. Da das Gleichgewicht der Reaktion auf Seiten der Spaltungsprodukte liegt, ist keine Energiezufuhr notwendig. Unter besonderen Laborbedingungen kann man diese Gleichgewichtsreaktion aber auch zur Synthese von synthetisch schwer zugänglichen Glykosiden ausnutzen.
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