Als Glaskokillen werden in der Kerntechnik normalerweise die Behälter mit verglasten
hochradioaktiven Abfällen aus der
Wiederaufarbeitung bezeichnet. Allgemein versteht man unter einer
Kokille eine Form zum Gießen metallischer Werkstoffe.Glaskokillen mit Wiederaufarbeitungsabfällen werden in
Verglasungsanlagen produziert, die den Wiederaufarbeitungsanlagen (
La Hague,
Sellafield,
Tscheljabinsk,
Tokai-mura) angegliedert sind. In
La Hague wird das mit dem hochradioaktiven Flüssigabfall (
HAW) vermischte Glas in zylindrische Behälter aus Edelstahl gefüllt und erstarrt beim Abkühlen. Anschließend wird die HAW-Kokille mit einem Edelstahldeckel verschweißt. Die zylinderförmige Glaskokille hat einen Durchmesser von 43 Zentimeter und eine Höhe von 1,34 Meter. Sie kann ca. 400 Kilogramm (150 Liter) Glasprodukt aufnehmen. Das entspricht der Menge an Spaltprodukten aus drei bis vier wiederaufgearbeiteten
Druckwasserreaktor-Brennelementen. In den kommenden Jahren sind insgesamt ca. 3.250 „deutsche“ Kokillen aus Frankreich zurückzunehmen. Aus Sellafield werden etwa 700 Kokillen erwartet.
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