Evidenz ist, ob man sie als „anschauliche Gewißheit“ (
Immanuel Kant) oder als „Selbstgegebenheit“ (
Edmund Husserl) betrachtet, eine Art Wahrheitskriterium für solche Sätze, die man nicht weiter zurückführen oder hinterfragen kann.Obwohl wir in der Evidenz „eine Einsicht ohne methodische Vermittlungen“ vor uns haben, ist sie eine der wesentlichen Säulen unseres Argumentierens und als solche, wie
Wolfgang Stegmüller ausführt, selbst Methode: „All unser Argumentieren, Ableiten, Widerlegen, Überprüfen ist ein ununterbrochener Appell an Evidenzen, wobei ... das ‚Appell an...‘ nicht so misszuverstehen ist, als würde die Evidenz jeweils den Gegenstand der Rechtfertigung darstellen. Sie ist das ‚Wie‘ und nicht das ‚Worüber‘ des Urteilens.“
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