Ein Rathaus ist ein meist repräsentatives Gebäude und Verwaltungssitz (bzw. Hauptgebäude des Verwaltungssitzes) der
Gemeinde- oder
Stadtverwaltung.Bereits bei den Griechen gab es Rathäuser (Bouleuterion), in denen der Rat zusammenkam. Das Bouleuterion war jedoch nicht gleichzeitig der Ort für die Verwaltung, die im Prytaneion untergebracht war. Im
Mittelalter entwickelten sich die Rathäuser - vor allem seit der Verleihung von unabhängigen
Stadtrechten - als bedeutsamster
Profanbau der Städte. Hier tagte der städtische Rat, der sich aus einflussreichen Familien oder
Patriziern zusammensetzte. Den
Zünften und
Gilden war das Rathaus - als Sitz des Rates - lange Zeit und vielerorts verschlossen. Der Anspruch, den besonders Privilegierten vorbehalten zu sein, wurde auch in seiner reichhaltigen architektonischen Ausgestaltung deutlich. Ein weithin sichtbarer Rathausturm beherbergte oft die einzige Uhr der Stadt. Neben dem Ratssaal waren oft auch große Säle für Festlichkeiten der Stadt im Rathaus zu finden. Da viele Rathäuser aus der Verleihung von Stadt- und Marktrechten entstanden, waren oft auch große Markthallen im Erdgeschoss zu finden. Im 19. Jahrhundert, nach der Wiedergewinnung der
Gemeindeautonomie, wurde die Bauaufgabe des Rathauses wieder bedeutsam. Oft orientierte man sich dabei an der gotischen Formensprache der ersten Blütezeit der Rathäuser (etwa beim
Wiener Rathaus, einem Bau aus der
Gründerzeit). Im 20.Jahrhundert sind eindrucksvolle Rathäuser unter anderem in Skandinavien entstanden, etwa
Stockholms stadshus und das
Rathaus von Oslo.
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