Ein Brahmane (
Sanskrit, ब्राह्मण, ) ist im indischen
Kastensystem ein Angehöriger der obersten Kaste (
Varna). Ursprünglich war es im
Hinduismus ihr Vorrecht sowie ihre Pflicht, Lehrer des
Veda und Gelehrte zu sein, bis heute stellen hauptsächlich sie die Priester. Daher war „Brahmane“ auch ein
religiöser Titel. Im modernen Indien üben sie jeden Beruf aus. Für die Schriften der Hindus machen besonders die Charaktereigenschaften den Brahmanen aus. So ordnet die
Bhagavadgita (18. 42.) Brahmanen besonders folgende zu: Heiterkeit, Selbstbeherrschung, Askese, Reinheit, Nachsicht und Aufrichtigkeit, Weisheit, Wissen und religiöser Glaube ... Das
Mahabharata: Die Eigenschaften eines Brahmanen sind Reinheit, gutes Verhalten, Mitleid mit allen Lebewesen. Dementsprechend wird von einem Angehörigen dieser höchsten Kaste eine durch Geburt erworbene psychische Reinheit sowie ein besonders reiner Lebenswandel erwartet. Wie in anderen Schriften setzen sich aber auch viele Stellen im Mahabharata (13.131.49) mit der Diskrepanz zwischen dem hohen Ideal und dem realen Lebenswandel auseinander: Weder die Herkunft noch die Weihe und Gelehrsamkeit machen den Brahmanen aus, allein sein Lebenswandel ist der Grund. Der gesellschaftliche Status, alle Aufgaben, Pflichten und Rechte sind in der
Manusmriti beschrieben, einem über 2000 Jahre alten Gesetzbuch, das im heutigen Alltagsleben jedoch kaum Bedeutung hat.
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