Ask und Embla (
anord. Askr und Embla) sind in der
nordischen Mythologie die Stammeltern des Menschengeschlechtes von
Midgard. Drei Götter finden am Strand zwei seelen- und schicksalslose Baumstämme, Ask ("Esche") und Embla, die das Meer an Land gespült hat. Der erste Gott (
Odin) gibt ihnen Atem, Seele und Leben. Der zweite Gott gibt ihnen Geist und Bewusstsein. Der dritte Gott gibt ihnen das menschliche Aussehen, Blut? und die Fähigkeiten zu sprechen, zu hören und zu sehen. Nach der einen Erzählung sind die drei Götter
Odin,
Hoenir und
Lodur (Lieder-Edda: Völuspá, 17-18). Nach der anderen Erzählung sind es die Söhne
Börs (Prosa-Edda: Gylfaginning, 9), das sind Odin,
Vili und
Ve. Auch bei den
Südgermanen scheint es einen vergleichbaren Mythos gegeben zu haben. Der erste König der
Sachsen hieß angeblich
Aschanes (latinisiert Askanius), in dessen Namen ebenso die Esche anklingt. Das Wort 'Leute' ist verwandt mit got. liudan "wachsen".
Gervasius von Tilbury findet im 13. Jh. einen Zusammenhang zwischen 'Germane' und lat. germinare "sprossen, wachsen, keimen".
Johannes Aventinus ergänzt im 16. Jh.: weil die Deutschen auf Bäumen gewachsen sein sollen. Von den sächsischen Frauen ist im 19. Jh. ebenso überliefert, dass sie auf Bäumen wachsen. "Darauf so bin ich gegangen nach Sachsen, wo die schönen Mägdlein auf den Bäumen wachsen." Auch gibt es die Volkssage, wonach die kleinen Kinder aus den Bäumen kommen (Hessen, Ostfriesland, Siebenbürgen, Tirol).
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