Die Anglo-Saxon Chronicle oder Angelsächsische Chronik ist eine Sammlung von
Annalen aus dem
angelsächsischen England. Die Einträge wurden ab dem Ende des
9. Jahrhunderts regelmäßig aufgezeichnet und an einigen Stellen sogar über die normannische Eroberung 1066 hinaus fortgesetzt ("Peterborough Chronicle" bis 1154). Unter Verwendung (heute meist verlorener) älterer Texte wurden auch frühere Ereignisse, bis zurück in die römische Zeit, zusammengestellt. Diese Berichte entsprechen nicht der modernen Auffassung von
Geschichtsschreibung: sie blicken nur selten über die Grenzen Englands hinaus, geben astronomischen Erscheinungen und ihren vermeintlichen Konsequenzen breiten Raum, enthalten nachweislich Fehler, etwa in der Datierung, und spiegeln zweifellos die Weltsicht der klösterlichen Schreiber bzw. des westsächsischen Königshauses wider. Dennoch stellt die Angelsächsische Chronik eine wichtige Geschichtsquelle dar, etwa für die Auseinandersetzungen zwischen Angelsachsen und Wikingern, ein wertvolles Zeugnis für das Wissen der Angelsachsen um ihre eigene Geschichte und unentbehrliche Belege für die Geschichte der englischen Prosa.
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