Anaclitismus bedeutet so viel wie "Sucht nach Anaclisis". Der Begriff "Anaclisis" wurde von Sigmund Freud eingeführt und meint die unbedingte, hingebungsvolle elterliche (mütterliche) Liebe und Zuwendung. Diese kann im Rollenspiel ausgelebt werden. Im Zuge der Pubertät erfahren solche Spiele zumeist eine Sexualisierung. So wird sexuelle Erregung durch Aktivitäten oder Objekte gewonnen, die man aus der frühen Kindheit kennt, beispielsweise Brustsaugen, Windeln, Einläufe, Toiletten-Training oder Erziehung, oft mit einem Kind/Erzieher-
Rollenspielhintergrund. Das bewußte Abgeben von Verantwortung und Entscheidungen an den Partner findet man auch in der
BDSM-Szene, wo man auch Kind/Erzieher-Rollenspiele kennt. Letzteres bezeichnet man auch als
Autonepiophilie (die Vorliebe, selbst ein Kind zu sein, einen unmündigen Menschen (griechisch: Nepios) zu spielen). Man kann auch von psychosexuellem
Infantilismus sprechen.
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